Betriebsausflug Steuer

Die heikle Situation für jeden Betrieb ist die Steuerprüfung. Man könnte meinen, dass Steuerprüfer spezialisiert sind auf Versteuerungen von Betriebsfeiern, Weihnachtsfeiern und Betriebsausflügen. !

Betriebsausflug Steuer

Für ihn stellt sich nämlich die Frage, ob Ausgaben für derartige Veranstaltungen Steuer und Abgaben frei sind, auch wenn Arbeitnehmer mitfeiern, deren Löhne ja steuer- und sozialabgabenpflichtig sind.

Seit 2005 gibt es drei Grundsatzurteile des Bundesfinanzhofes, die klarstellen, unter welchen Bedingungen ein Arbeitgeber seine Angestellten steuer- und Abgaben frei bewirten kann, bzw. ihnen geldwerte Vorteile gewährt, wenn er z.B. nur Teilgruppen eines Gesamtbetriebs einlädt. Letztere sind lohn- und umsatzsteuerpflichtig.

Akzeptiert werden müssen von den Finanzämtern zwei Betriebsfeiern im Jahr, bei denen die entstehenden Kosten pro Arbeitnehmer nicht höher als je 110 € sein dürfen. Ab einer dritten Veranstaltung muss der teilnehmende Arbeitnehmer dafür Steuern zahlen, es sei denn, es handelt sich um Zweigstellen Unternehmen des Hauptbetriebs. Allerdings liegt es im Fall einer dreifachen Veranstaltung in der Entscheidungsgewalt des Arbeitgebers, welche der Veranstaltungen er als steuerfrei und welche er als steuerpflichtig ausgibt.

Wenn also zunächst ein Betriebsausflug Steuer frei ist, kann er aber nachträglich noch zu versteuern sein, wenn der Arbeitgeber weitere Betriebsveranstaltungen durchführt und sich entscheidet, die, für den Arbeitnehmer niedrigsten Beiträge, zu versteuern. Dies könnte z.B. dann der Fall sein, wenn ein Arbeitgeber zunächst einen Betriebsausflug Steuer frei (für 80 € pro Arbeitnehmer) setzt und mit einem Konzertbesuch (je 40 € pro Arbeitnehmer) verbindet. Dann aber entscheidet er sich im Dezember doch noch eine Weihnachtsfeier (für 80 € pro Arbeitnehmer) durchzuführen. Das entspräche einer Gesamtlast von 200 € pro Arbeitnehmer. Der Freibetrag von 110 € ist ein Bruttobetrag, wie viel der Einzelne isst und trinkt, spielt dabei keine Rolle. Da aber nur 110 € Freibetrag bestehen, muss er nun die Steuerlast umplanen. D.h. der Arbeitnehmer muss das, was er im Rahmen der Betriebsfeiern vom Arbeitgeber mehr an Zuwendung erhalten hat, versteuern und zwar vom ersten Cent an. Das trifft auch dann zu, wenn der generöse Arbeitgeber die Partner z.B. zur Weihnachtsfeier einlädt. Dann entstünden allein an diesem Abend pro Arbeitnehmer inklusive Partner 160 € Kosten.

Steuerlich kann der Arbeitgeber nun nach zwei Modellen verfahren. Er kann trotz Überschreitens der Freigrenze die entstandenen Kosten in voller Höhe als gewinnmindernde Ausgaben verbuchen, wenn er die Kosten für die Betriebsveranstaltung als Arbeitslohn berechnet. Dann muss der Arbeitnehmer die Steuern zahlen oder aber der Arbeitgeber versteuert die Ausgaben nach §25 Abs. 2 Nr. 2 EStG mit 25 %. Dann muss der Arbeitnehmer keine Steuern und Sozialabgaben leisten.

Andererseits darf ein Arbeitgeber seinen Angestellten seit Januar 2007 nach § 37b EStG Gaben im Wert von 10000 € zukommen lassen und davon 30% pauschal versteuern, während er die Gesamtsumme von der Steuer als Betriebsausgaben absetzen kann. Sollte ein Arbeitgeber auf den Gedanken kommen, für eine Betriebsveranstaltung eine Kapelle zu verpflichten, müssen unbedingt Künstlersozialabgaben verrechnet werden, sonst bekommt er Ärger bei der nächsten Betriebsprüfung. Die Arbeitnehmer sind für diese Veranstaltungen versichert, aber nur solange als sie sich unter Alkoholeinfluss verletzen. Dann zahlt die Versicherung nichts. Das ist für den Arbeitgeber unbedingt zu beachten.